14.11.2017

Wie sieht die Zukunft der Apotheke aus?

(cnie) Wird Amazon den deutschen Apothekenmarkt zerstören? Wie funktioniert digitales Apothekenmarketing und warum sind Chinesen so begeistert von ausländischen OTC-Marken? Diese und weitere Fragen wurden am ersten Tag der Inspirato-Konferenz Zukunft Apotheke in Frankfurt diskutiert.

© Christoph Niekamp

Vertreter aus der Apothekenbranche tauschen sich bei dem zweitägigen Treffen über die neuesten Trends auf dem Markt aus. Das Branchentreffen stand dieses Mal unter dem Motto "Think different" und sollte den Teilnehmern Denkanstöße für ihre Arbeit geben. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen tauschten sich Apotheker und Unternehmensvertreter über neue Ideen aus. APOTHEKE + MARKETING ist Medienpartner des Treffens, das bereits zum sechsten Mal stattfindet.

Marc Krupp von der Firma Vemedy berichtete, dass chinesische Kunden große Fans von deutschen Kosmetik- und OTC- Produkten sind. Vor ein paar Jahren erschütterte ein Skandal um gepanschtes Milchpulver, infolge dessen einige Kinder ums Leben kamen, das Vertrauen der Chinesen in heimische Produkte. Seit diesem Vorfall misstrauen die Menschen in China chinesischen Firmen, wenn es um ihre Gesundheit geht. Krupp gab Tipps, wie deutsche Hersteller mit ihren Produkten den chinesischen Markt erschließen können und machte auf Besonderheiten aufmerksam.

Den digitalen Apothekenfinder der Linda-Apothekenkooperation stellte Marketingleiterin Vanessa Bandke vor. Kunden können ihre Medikamente online vorbestellen und dann in der Filiale abholen. So kommt die Beratung nicht zu kurz und der Kunde spart sich doppelte Wege, falls ein Medikament erst bestellt werden muss. Auch Rezepte könen abfotografiert und hochgeladen werden.  In der vertrauensbasierten Apothekenbranche sei das Prinzip "Click and collect" genau richtig, sagt Bandke. Außerdem erhalte ab Januar 2018 jede Linda-Apotheke eine Linda-Version der Apothekenumschau mit passendem Umschlag und einem eigenen achtseitigen Beihefter.

Amazon als Online-Apotheke?

In der anschließenden Talkrunde drehte sich alles um den Internetgiganten Amazon als möglichen Konkurrenten der deutschen Apotheker. Markus Fost von der digitalen Strategieberatungsfirma Fostec & Company empfahl den Apothekern, nicht nur das Verteilen von Waren im Blick zu haben. Apotheken sollten ihre Stärken in der persönlichen Beratung oder der individuellen Rezptur erkennen und nutzen. Die Zuhörer wurden durch eine TED-Umfrage, deren Ergebnisse auf der Leinwand zeitgleich abgebildet wurden, mit in die Diskussion eingebunden. 53 Prozent der Teilnehmer sahen den Einstieg von Amazon in den Apothekenmarkt negativ, 47 Prozent eher positiv.

Am Montagabend wurden im Rahmen des Networking Dinners die Medpex Versandapotheke und die Linda Apotheken mit dem Inspirato Industry Award 2017 ausgezeichnet. Am Dienstag stehen die Themen Versandhandel, digitale Kommunikation und E-Commerce auf dem Programm.

Quelle: Inspirato


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