28.01.2019

Umfrage zum Thema Werbung

Originalartikel als PDF

Text: Gabi Kannamüller

Werbung ist in Apotheken ein durchaus sensibles Thema. Sie ist notwendig, damit die Öffentlichkeit die Apotheke und ihre Leistungen auch wahrnimmt – und stellt dennoch manchen Apotheker vor die Frage: Sollten nicht Kompetenz und Beratungsleistung des Teams als Werbemaßnahme genügen? Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage in DAS APOTHEKER FORUM zeigen, welchen Stellenwert Werbung in einer modernen, zukunftsorientierten Apotheke hat.

Die insgesamt 95 Teilnehmer der aktuellen Umfrage in DAS APOTHEKER FORUM gehören mehrheitlich zu den alten Hasen in Sachen Werbung. Knapp zwei Drittel von ihnen haben vor mehr als fünf Jahren begonnen, für ihre Apotheke Werbung zu machen, etwa 18 Prozent innerhalb der vergangenen fünf Jahre, und 16 Prozent von ihnen wissen nicht mehr, wann sie damit begonnen haben. Die Teilnehmer wissen also, worüber sie sprechen. So verwundert es nicht, dass gut die Hälfte von ihnen Werbung für wichtig halten, etwa 27 Prozent sogar für unverzichtbar.

Mehr Ergebnisse

Viele weitere Ergebnisse dieser Umfrage in DAS APOTHEKER FORUM finden Sie grafisch aufbereitet hier. 

Klare Ziele

Auf die Frage, welche Ziele sie mit der Werbung verfolgen, äußern sich die meisten Teilnehmer ähnlich: Man wolle den Umsatz steigern, die Kundenbindung erhöhen, das Image der Apotheke stärken und sich damit nicht zuletzt auch gegen Mitbewerber wappnen.

Mehr als drei Viertel der Teilnehmer setzen Werbemaßnahmen in ihrer Apotheke regelmäßig ein. Ihre Beweggründe, Werbung zu treiben (oder auch nicht) sind allerdings durchaus unterschiedlich. Während der eine wirbt, „weil es heute nicht mehr ohne geht“ oder auch „weil Apothekenübernahmen in der Umgebung z. T. sehr werbeintensiv zelebriert wurden“, formulieren es andere durchaus positiv: „um im Gespräch zu bleiben“, „einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten“, „unsere Kompetenzen und Services bekannt zu machen“. Eine Teilnehmerin stellte die Gegenfrage: „Warum betreibt Coca Cola immer noch Werbung? Werbung muss sein, um in Erinnerung zu bleiben“. Freilich formulierte eine Teilnehmerin auch ganz klar: „Ich bin zuerst Heilberufler und biedere mich nicht mit Werbung an“.

Vorarbeit im Team

Drei Umfrageteilnehmer erklärten, sie würden keine Werbemaßnahmen durchführen – und dementsprechend auch keine entwickeln. Bei allen anderen kreiert entweder der Inhaber gemeinsam mit den Mitarbeitern die Werbemaßnahmen (38 %) oder tut dies alleine (37 %). Etwa 14 Prozent beauftragen dafür abgestellte Mitarbeiter. Einige wenige engagierten dafür eigens eine Werbeagentur bzw. arbeiten mit ihrer Kooperation zusammen.

In der Praxis zeigen die Umfrageteilnehmer, dass sie das ABC der Marketingmaßnahmen durchaus beherrschen. Sie greifen auf die komplette Palette der Maßnahmen zurück, die der Apotheke werbetechnisch zur Verfügung stehen: Flyer und Handzettel setzen 81 Prozent der Antwortenden ein, jeder Zweite schaltet Anzeigen in der regionalen Presse bzw. macht Außenwerbung, etwa auf Plakaten. Mehr als jeder Vierte nutzt die sozialen Medien, häufig genannte Elemente sind zudem Schaufensterwerbung oder auch Werbeansagen im Supermarkt. Den Schwerpunkt setzen die Teilnehmer dabei auf das Bewerben von Aktionen (73  %), gefolgt von Preiswerbung (47  %) sowie Imagewerbung (46  %).

Geplant wird kurzfristig

Was die Planung der Werbemaßnahmen angeht, zeigen sich die Umfrageteilnehmer ebenfalls als Profis: Fast jeder Zweite plant die Werbung in einem kurzfristigen Zeitraum (bis zu 3 Monate), etwa jeder Vierte plant mittelfristig (bis zu 6 Monate), Nur wenige planen ihre Werbemaßnahmen spontan und oder ein Jahr im Voraus.

Pragmatisch sind die Teilnehmer im Umgang mit der Budgetplanung. So erklärten knapp zwei Drittel, sie würden so viel investieren wie für die Einzelmaßnahme nötig ist, 27 Prozent errechnen das Budget für jede Werbemaßnahme neu, ein Ganzjahresbudget legen nur knapp zehn Prozent fest. Während eine Teilnehmerin anmerkt: „keine Werbung, keine Ausgaben“, bringt es eine andere folgendermaßen auf den Punkt: „Wer nicht wirbt, um Geld zu sparen, der versucht auch, die Uhr anzuhalten, um Zeit zu sparen.“

Mit der Analyse hapert es

Angesichts all dieser Professionalität erstaunen dann doch die Antworten auf die durchaus relevante Frage „Wie analysieren Sie die Wirkung Ihrer Werbung?“. Während immerhin jeder Zweite gezielt seine Zahlen analysiert, jeder Fünfte seine Kunden persönlich befragt und ein Zehntel der Antwortenden diverse Befragungsmethoden einsetzt, tut mehr als jeder Dritte gar nichts.


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