28.04.2018

Tränen lügen nicht

© LadyKonstantia / Getty Images / iStock

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Text: Gabi Kannamüller

Die typischen Symptome eines Trockenen Auges sind nicht nur unangenehm und lästig; sie mindern auch die Lebensqualität und die Arbeitsleistung der Betroffenen – und können überdies die Augen gefährden. Grund genug, die Apothekenkunden über diese Zusammenhänge zu informieren. Eine Aktion bietet gute Voraussetzungen dafür, betroffene Kunden anzusprechen und ihnen adäquate Beratung sowie hilfreiche Produkte anzubieten.

Ein Fremdkörper- oder Sandkorngefühl in den Augen, Brennen, Bindehautrötung und Juckreiz gehören zu den Symptomen des Trockenen Auges (Sicca- Syndrom, Keratokonjunktivitis sicca). Zudem können auch ein Druckgefühl oder Schmerzen auftreten. Scheu vor Licht oder eine erhöhte Blendempfindlichkeit gehen oftmals ebenfalls mit dem Trockenen Auge einher. Abgesehen davon klagen Kunden, die von einem Sicca-Syndrom betroffen sind möglicherweise auch darüber, dass ihre Augenlider anschwellen oder morgens von Schleimabsonderungen verklebt sind oder ein ständiges Gefühl des Augentränens auftritt.

Aktionsplaner im Netz

Hier finden Sie den Aktionsplaner Trockenes Auge mit zusätzlichen informativen Links und Downloadmaterial für die Apothekenpraxis. 

Hintergrundwissen

Die mit einem Sicca-Syndrom einhergehenden Symptome sind ebenso vielfältig wie unangenehm. Und sie sind überdies vielen Menschen nur allzu bekannt: Etwa 20 Prozent der Patienten, die zum Augenarzt gehen, leiden unter einem Trockenen Auge, heißt es beispielsweise aus der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Vielfältige Ursachen

Nicht zuletzt die grundlegend veränderte Arbeitswelt gilt als eine der Ursachen für das vermehrte Auftreten des Sicca-Syndroms. Der Anteil der Menschen, die am Bildschirm arbeiten, hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Diese gilt als einer der wichtigen Risikofaktoren: Sind die Augen starr auf den Monitor gerichtet, vermindert sich die Blinkfrequenz, dies stört den Aufbau des Tränenfilms, und die Augenoberfläche trocknet aus.

Umweltfaktoren-- Darüber hinaus gibt es noch weitere Triggerfaktoren für das Trockene Auge. Klimatisierte oder überheizte Räume mit niedriger Luftfeuchtigkeit zählen dazu ebenso wie Rauchen, Wind, Kälte oder UV-Strahlen. Nicht zuletzt kann das Tragen von Kontaktlinsen begünstigend wirken.

Auch Medikamente beeinflussen das Auge. So können etwa Antihistaminika, Anticholinergika, Beta-Rezeptorenblocker, orale Kontrazeptiva, Retinoide oder Thiazid-Diuretika ein Trockenes Auge verursachen. Nicht zuletzt ist in der Apothekenberatung auch an Allgemeinerkrankungen zu denken, zum Beispiel Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie die rheumatoide Arthritis.

Mehr als eine Befindlichkeit

Auf die leichte Schulter nehmen sollten Betroffene die Symptome keineswegs. So zeigen Studien beispielsweise, dass bei Menschen mit Sicca-Syndrom im Vergleich zu Gesunden die Lesegeschwindigkeit signifikant verlangsamt ist. Und Untersuchungen an einem Fahrsimulator machen deutlich, dass Sehschärfe und Reaktionszeit eingeschränkt sind. Damit das Auge keine solchen ernsthaften Schäden erleidet, gilt es, Kunden, die ständig über derartige Beschwerden klagen, an den Augenarzt zu verweisen: Wird nicht behandelt, können sich Horn- und Bindehaut des Auges entzünden, im schlimmsten Fall droht der Verlust des Augenlichts.

Handzettel für Kunden

Ein Handzettel zum Download liefert Kunden wertvolle Tipps, wie sie dem Sicca-Syndrom vorbeugen können.

Die Aktion im Detail

Die Themenpalette, über die eine Apothekenaktion informieren kann, ist also groß: Symptome, Ursachen, Therapie sind hier wichtige Schwerpunkte, aber auch die Prävention der Beschwerden gehört in die Beratung.

Zielgruppen

Die Aktion richtet sich an eine ganze Bandbreite von Apothekenkunden. Neben der großen Gruppe derer, die am Bildschirm arbeiten, zählen dazu auch Menschen, die sich (beruflich oder in der Freizeit) viel im Freien aufhalten und dort Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, außerdem Kontaktlinsenträger und natürlich jene, die die oben beschriebenen Medikamente einnehmen. Sie alle erfahren in der Aktion, welche Symptome es zu beachten gilt, und wann sie sich mit ihrem Problem an die Apotheke wenden sollten, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt – und natürlich auch, wie sie den Augenbeschwerden künftig vorbeugen können.

Aktionsbausteine

Beratung

Im Mittelpunkt der Aktion steht die Information der Kunden. Eine themenbezogene Schaufensterdekoration liefert ihnen einen Anknüpfungspunkt dazu, in der Apotheke um Beratung nachzufragen, desgleichen ein Hinweis auf der apothekeneigenen Website. Dort lassen sich auch die wichtigsten Informationen zur Problematik des Trockenen Auges einstellen. Als Informationsmedium dienen darüber hinaus Handzettel oder Broschüren, die im Rahmen der Beratung an die Kunden abgegeben werden. Hier empfiehlt es sich, die Hersteller einschlägiger Arzneimittel anzusprechen.

Vorbeugen-- Im Beratungsgespräch sollten die Kunden auch erfahren, dass sie durchaus vorbeugend aktiv werden und das Risiko, dass Beschwerden auftreten, mindern können. Auch darüber, wie die Kunden ihre Augen schützen können und was sich bei den typischen Symptomen des Trockenen Auges tun lässt, informieren Handzettel, Broschüren und die Website.

Sortiment

Im Rahmen der Aktion wird zum einen die breite Palette der Tränenersatzmittel vorgestellt. Sie reichen von wässrigen auf dünnflüssiger Grundlage bis zu dickflüssigen, höher viskosen und gut haftenden Präparaten. Zum anderen komplettieren Kombinationen mit Dexpanthenol zur zusätzlichen Pflege und Befeuchtung des Auges das Aktionssortiment, konservierungsmittelfreie Präparate für Daueranwender sowie Produkte in praktischen und hygienischen Einzeldosen.

Motto und Deko für Events

Auch bei dieser Aktion gilt: Im Idealfall ergänzen sich Aktionsmotto und Dekoration. Wer das Aktionsmotto „Schützen Sie Ihre Augen!“ wählt, kann in der Dekoration auf den Zusammenhang zwischen Bildschirmarbeit und den Symptomen des Trockenen Auges hinweisen: Das Schaufenster wird zum Beispiel mit ausrangierten Bildschirmen dekoriert, wie sie in vielen Kellern noch auf Entsorgung warten. Das Motto „Augenblick mal!“ lässt sich zum Beispiel mit einem Bild umsetzen, das den offenen Blick schön geschminkter Frauenaugen zeigt und das hoch vergrößert im Schaufenster aufgehängt wird – oder auch mit dem Blick in die Augen eines Wolfs oder einer Eule, ebenfalls als hoch vergrößertes Foto präsentiert.

Last but not least: Als Give-away im Rahmen der Aktion eignen sich zum Beispiel Schlafmasken: Sie helfen den Kunden dabei, ihren Augen nachts etwas Ruhe zu gönnen. Darüber hinaus erfreuen Kunden auch Kaleidoskope, die durchaus auch in einer preisgünstigen Variante erhältlich sind.


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