10.02.2020

TI-Anbindung: Road-Show beantwortet Fragen

von Gabi Kannamüller

Knapp acht Monate vor dem Stichtag für die Anbindung zur Telematikinfrastruktur (TI) beklagen viele Apothekenleiter immer noch große Informationslücken. Die wichtigsten Fragen rund um das Thema hat nun CGM Lauer bei der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe „TI kompakt für die Apotheke“ auf die Agenda gesetzt.

Stephan Hüppeler von CGM Lauer bei der Veranstaltung zu TI

© CGM Lauer (Stephan Hüppeler)

Die Location war bewusst gewählt: Für den Auftakt der Veranstaltungsreihe öffnete die Bundesdruckerei in Berlin ihre wohlbehüteten Tore. Aus gutem Grund, ist die Bundesdruckerei doch u. a. durch die Herstellung von Reisepässen oder Personalausweisen Spezialist in der Herstellung fälschungssicherer Dokumente. In dieser Eigenschaft ist sie auch in die Produktion der für die TI-Anbindung der Apotheken nötigen Karten involviert: des elektronischen Apothekenausweises (SMC-B) sowie des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA).

Planmäßiges Vorgehen sorgt für Transparenz

Ein Beleg für die Relevanz, die das Thema TI-Anbindung bei den Apothekern hat, waren denn auch die Fragen der Teilnehmer im Anschluss an alle drei Vorträge. Den Auftakt bildete Stephan Hüppeler (Foto oben) von CGM Lauer. Der Key Account Manager im Geschäftsbereich TI erläuterte nicht nur den Stand der Dinge in Sachen TI-Anbindung; mittels detaillierter Darstellung machte er den Zuhörern auch den Gesamtablauf deutlich.  Anders ausgedrückt: Zwar kommt kein Apothekenleiter darum herum, sich mit der TI-Anbindung zu befassen; wer jedoch Schritt für Schritt und geplant vorgeht, wird feststellen, dass alles durchaus im Bereich des Machbaren liegt.

So bildete die Grundausstattung zur TI-Anbindung von Apotheken (Konnektor und Karten) den ersten Schwerpunkt von Hüppelers Vortrag. Schwerpunkt 2 widmete er anschließend der Frage, wie genau die Apotheke aktiv werden sollte, en detail ging es um den Kontakt mit Softwareunternehmen bzw. Anbietern von Konnektoren sowie das Beantragen der Karten.

Kurz erklärt

Gematik: Die Gesellschaft organisiert den Aufbau der Telematikinfrastruktur und kümmert sich um deren Spezifikation, Zulassung und Weiterentwicklung. Das Gesundheitsministerium hält 51 Proznet der Gesellschafteranteile. Der GKV-Spitzenverband besitzt 24,5 Prozent. Die anderen 24,5 Prozent verteilen sich auf die Vertreter der Apotheker, Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser.

Konnektor: Dieses Gerät verbindet die IT-Systeme der Apotheke sicher mit der Telematikinfrastruktur. Optisch ähnelt der Konnektor einem DSL-Router, er arbetet jedoch auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau.

SMC-B: Die Institutionskarte ist der Schlüssel der Apotheke zur TI. Ohne sie baut der Konnektor keine Verbindung zur TI auf. 

eHBA: Mit dem elektronischen Heilberufsausweis können sich Apotheker digital ausweisen sowie vertrauliche Daten verschlüsselt versenden.

Quelle: Gematik

Feldtest für die Sicherheit

Zugleich machte Hüppeler auch deutlich, warum die TI-Anbindung – trotz des Zeitdrucks durch den Stichtag am 30. September 2020  – noch bestimmte Hürden nehmen muss. Der Konnektor sei nun einmal „das unsicherste Glied in der Kette“, sowohl die optimale Funktion als auch die Sicherheit müssten gewährleistet sein. Die Ergebnisse des anstehenden Feldtests in Westfalen-Lippe, an dem neben CGM Lauer auch Pharmatechnik beteiligt ist, seien deshalb wichtige Voraussetzung für die endgültige Zulassung des Konnektors und damit letztlich auch der Startschuss zur Installation. Auf diesen Startschuss habe man sich bereits gewissenhaft vorbereitet: Die Techniker seien zertifiziert und könnten sofort in Aktion treten. 

Kommentar: Gut investierte Zeit

Einen Kommentar von Chefredakteurin Gabi Kannamüller zur Informationsveranstaltung finden Sie hier.

Karten setzen Identifizierung voraus

Über die Details der für die TI-Anbindung nötigen Karten wiederum informierte Judith Meinke von der Bundesdruckerei. Sie betonte die Relevanz des elektronischen Apothekenausweises („Ohne SMC-B kann der Konnektor nicht live gehen“) und erläuterte den Prozess des Ident-Verfahrens, das für die Beantragung des eHBA nötig ist: „Die größte Hürde für Sie im Antragsprozess ist die saubere Identifizierung“. Zugleich empfahl sie, genügend Zeit für den Antrag einzuplanen: Da die Ausstellung des Ausweises eine Abstimmung und das Zusammenspiel von Bundesdruckerei und Kammer erfordere, sei von einer zweiwöchigen Prozessdauer auszugehen.

TI als Chance für die Vor-Ort-Apotheke

Mit dem Blick des aktiven Apothekers rundete Christian Scharpf den Nachmittag ab. Der Apotheker und Rettungsassistent aus dem bayerischen Sonthofen arbeitete heraus, warum die TI-Anbindung für die Vor-Ort-Apotheke auch eine große Chance darstellt: Die Apotheke ist als „Kümmerer“ die Schnittstelle zwischen Patienten, Ärzten und Fachärzten. „Die Apotheke wird zum Caregiver für Patienten“, so Scharpf. Die digitale Vernetzung biete nicht zuletzt die Möglichkeit, die wichtige und interessante Kundengruppe der 30- bis 50-Jährigen stärker an die Apotheke zu binden.

Wann sind die nächsten Termine?

Neben der Auftaktveranstaltung in Berlin hat CGM Lauer zu „TI kompakt für die Apotheke“ noch folgende Termine im Programm:

12.02.2020 in Koblenz
19.02.2020 in München
04.03.2020 in Frankfurt
11.03.2020 in Dresden
18.03.2020 in Düsseldorf
25.03.2020 in Bremen


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