29.07.2020

Startschuss für die TI-Anbindung

von Gabi Kannamüller

In der 30. Woche des Jahres war der Weg frei für die Anbindung der Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI): Zwei Tage, nachdem die CompuGroup Medical (CGM) bekanntgegeben hatte, ihr sei die Zulassung für einen E-Health-Konnektor erteilt worden, machten sich die Techniker in den ersten Apotheken ans Werk. Allen anderen bleiben noch knapp zehn Wochen, um bis zum Stichtag für die TI-Anbindung alles Notwendige zu erledigen.

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© bluedesign / stock.adobe.com

Letztlich hat alles punktgenau geklappt: Die führenden Softwareanbieter haben in den vergangenen Monaten unisono beteuert, man stehe bereit, um die Apotheken möglichst rasch (und damit rechtzeitig vor dem Stichtag am 30. September 2020) an die TI anzubinden – und das gegebenenfalls sehr, sehr schnell.

Nachdem die Zulassung des E-Health-Konnektors erfolgt war, ging es denn auch sehr schnell. Am 24. Juli vermeldeten sowohl CGM als auch Pharmatechnik, man habe der jeweils ersten Apotheke den Zugang zur TI ermöglicht. Tags zuvor erklärte Noventi, man wolle noch im Juli mit den TI-Installationen beginnen.

Die Patientenversorgung verbessern

„Wir haben allen Grund zu feiern“, freut sich Gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken in einer Pressemeldung. „Die Zulassung des E-Health-Konnektors ist ein großer Erfolg – für alle Beteiligten: Bald werden medizinische Anwendungen der Telematikinfrastruktur aus dem Versorgungsalltag nicht mehr wegzudenken sein“. Leyck Dieken betont: „Damit sind wir unserem Ziel, durch digitale Lösungen die Patientenversorgung zu verbessern, ein enormes Stück nähergekommen.“ Apotheken haben damit unter anderem die Möglichkeit, künftig elektronische Rezepte, Medikationspläne und Patientenakten zu empfangen und zu bearbeiten.

Öffentlichkeitswirksamer Start

Wie schnell und einfach die Installation letztlich vor sich gehen würde, darauf hatten die Softwareanbieter in den vergangenen Monaten beständig hingewiesen. Zumindest im Fall der beiden Apotheken, die CGM (in der Kronen Apotheke im rheinland-pfälzischen Undenheim) und Pharmatechnik (Apotheke am Borkener Klinikum in NRW) öffentlichkeitswirksam in das Blickfeld der Branche rückten, scheint dies geglückt zu sein.

Schnell und sicher installiert

Jens Wiegland, Inhaber der Kronen Apotheke zeigte sich zufrieden mit dem Installationsverlauf: „Die eingesetzten Techniker kennen unsere Apotheke und die speziellen Anforderungen bereits seit vielen Jahren“, stellte er fest und fügte hinzu: „Man merkte, dass sie wussten, was sie taten.“ Dies gelte sowohl in Bezug auf die neuen TI-Komponenten als auch, „was uns besonders wichtig war“, in Bezug auf die Kompatibilität zur Apotheken-Software. Schließlich sei sie „Dreh- und Angelpunkt des gesamten Apothekenbetriebs“.

Kammerpräsidentin: „Historischer Moment“

Gabriele Regina Overwiening, Inhaberin der Apotheke am Borkener Klinikum nannte die TI-Anbindung ihrer Apotheke einen „historischen Moment“ und zeigte sich sehr glücklich darüber. „Ich bin überrascht, wie schnell das alles ging“, sagte sie in einer Online-Pressekonferenz im Anschluss an die erfolgte TI-Anbindung: Gerade mal eine Stunde habe es gedauert, dann hatte der Techniker alles Notwendige erledigt, gespannt beobachtet durch das Team. In Corona-Zeiten sei dies natürlich mit gebührendem Abstand und Masken erfolgt.

Vor-Ort-Apotheke stärken

Overwiening, die auch Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe ist, zeigte sich stolz, den ersten großen Schritt auf dem  Weg in die digitale Zukunft Richtung E-Rezept getan zu haben: „Die Vernetzung der Gesundheitsdaten unserer Patienten ist ein großer Fortschritt und wird uns in der Beratung nachhaltig unterstützen.“ Und so: „Wir freuen uns auf die Zukunft und weitere Funktionen, vor allem auf das E-Rezept zur Stärkung der Apotheke vor Ort.“

„Durch das verbesserte Beratungsangebot stärken wir die Bindung unserer Kunden und damit natürlich auch unsere Wettbewerbs-position als Apotheke vor Ort.“

Auch Jens Wiegland von der Kronen Apotheke zeigte sich froh darüber, dass er endlich alle Vorteile der TI nutzen könne. Auf die sektorenübergreifende sichere Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen „haben wir Apotheker lange gewartet“. Nun werde es möglich, beispielsweise Medikationsempfehlungen noch individueller auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse auszurichten. Zugleich biete der TI-Anschluss auch wirtschaftliche Vorteile: „Durch das verbesserte Beratungsangebot stärken wir die Bindung unserer Kunden und damit natürlich auch unsere Wettbewerbsposition als Apotheke vor Ort.“


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