15.06.2020

Schweizerischer Apothekerverband zieht erste Corona-Bilanz

(cnie) APOTHEKE + MARKETING blickt in der Corona-Krise zu unseren südlichen Nachbarn in den Alpen: Angesichts der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen zieht der Schweizerischer Apothekerverband eine erste Bilanz über die Auswirkungen der Pandemie auf den dortigen Apothekenalltag.

Schweizer Flagge

© Haltmeier Herbert / prisma/ picture alliance

Die Schweizer Apotheken halfen nach Angaben des Verbandes an allen Fronten: Sie gaben die Verhaltensregeln des Bundesrats an die Bevölkerung weiter und waren mit Hamsterkäufen und Medikamentenengpässen konfrontiert. Sie setzten die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und ihrer Mitarbeitenden schnellstmöglich um, obwohl die Apothekenteams vom Bund und einigen Kantonen bei der Verteilung von persönlichem Schutzmaterial nicht einmal zum Gesundheitspersonal gezählt wurden.

Die Apotheken stellten Händedesinfektionsmittel her, bauten den Hauslieferdienst aus und nahmen Rezeptverlängerungen für chronisch kranke Patienten vor, während die Arztpraxen geschlossen blieben. Die Krankenhausapotheken wurden bei der Bewältigung der besonderen Lage und des steigenden Bedarfs seitens Pflegeteams und Patienten ebenfalls auf eine harte Probe gestellt, resümiert der Schweizerische Apothekerverband.

Schweiz Grafik

Quelle: Schweizerischer Apothekerverband

Schweizer haben große Mengen Medikamente gekauft und gehortet

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Medikamentenverkäufe während der ersten vier Monate des Jahres sind eindeutig: Die Schweizer Bevölkerung hat große Mengen von Medikamenten gekauft und bei sich gelagert. Im März 2020 wurden 14,7 Millionen Medikamentenpackungen abgegeben, 40 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besorgte Kunden tätigten Hamsterkäufe von Grippe- und Schmerzmitteln (siehe Tabelle unten). Angesichts dieser Situation sah sich der Bundesrat am 18. März 2020 gezwungen, die Abgabe bestimmter Medikamente zu beschränken, um die Versorgung mit wichtigen Medikamenten langfristig zu sichern. Diese Verordnung bleibt bis 31.08.2020 in Kraft.

Im April wiederum ging die Nachfrage in den Offizinapotheken stark zurück. Nach der Wiedereröffnung von Arztpraxen und der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen nimmt der Geschäftsgang in den Apotheken langsam wieder zu, allerdings liegt er aktuell unter dem Durchschnitt, teilt der Verband mit.

  

Abgegebene Packungen in Schweizer Apotheken

April 2019

April 2020

Veränderung

Schmerzmittel

951 026

778 557

-18 %

Erkältungs- und Hustenmittel

178 869

90 583

-49 %

Vitaminpräparate

294 361

303 408

+3 %

Entzündungshemmer

666 480

364 702

-45%

Beruhigungsmittel

359 195

301 023

-16%

Nasensprays

349 055

266 243

-24%

Quelle: IQVIA

Der Verband würde es sehr begrüßen, wenn die Behörden die Bereitschaft der Apotheken auch dann nicht vergessen, wenn es darum geht, in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens landesweite Lösungen umzusetzen, um das Virus in Schach zu halten und eine zweite Welle zu verhindern. Die Apotheken haben die erforderlichen Kompetenzen für die Durchführung von serologischen Tests und Impfungen, heißt es dazu in der Mitteilung.

Dem Schweizerischen Apothekerverband sind über 6700 Mitglieder und 1500 Apotheken angeschlossen.

Quelle: Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse


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