02.08.2019

Rahmenvertrag: Ärzte wollen Anrufe der Apotheke vermeiden

(cnie) Aufgrund aktueller Rückfragen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Sachsen die Ärzte zum neuen Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung informiert.

Apothekerin ruft Arzt an

© Gerhard Seybert / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

"Wenn Sie ein Arzneimittel verordnen, können Sie sich sicher sein, dass in der Apotheke kein Arzneimittel abgegeben wird, was teurer ist, als das von Ihnen verordnete. Vorrangig ist jedoch die Abgabe eines Rabattarzneimittels. Wenn allerdings kein preiswerteres Produkt verfügbar ist, muss die Apotheke Sie telefonisch darüber informieren", schreibt die KV an die Mediziner in Sachsen.

Die beste Möglichkeit, Rückfragen zu vermeiden, sei die Wirkstoffverordnung, die beispielsweise im Modellvorhaben ­ARMIN möglich ist.

Die KV erläutert den neuen Rahmenvertrag anhand eines Beispiels.

Beispiel zum Rahmenvertrag

Mit dem gewünschten Wirkstoff sind folgende Arzneimittel verfügbar:

  • Arzneimittel a: 20,00 €
  • Arzneimittel b: 20,00 €
  • Arzneimittel c: 20,01 €
  • Arzneimittel d: 20,01 €
  • Arzneimittel e: 20,05 €
  • Arzneimittel f: 20,05 €
  • Arzneimittel g: 20,10 €
  • Arzneimittel h: 20,10 €

Der Arzt verordnet Arzneimittel a
Wenn Arzneimittel a und b lieferbar sind, kann der Apotheker eines der beiden abgeben. Wenn Arzneimittel a und b nicht lieferbar sind, müsste die Apotheke den Arzt anrufen und nachfragen, ob das nächst teurere, lieferbare Arzneimittel abgegeben werden darf.

Der Arzt verordnen Arzneimittel f
In diesem Fall kann die Apotheke ohne Anruf eines der Arzneimittel a – d abgeben, da dies die vier preisgünstigsten Präparate sind. Die direkte Abgabe von Arzneimittel f ist nicht mehr möglich.

Die Kassenärztliche Vereinigung weiter in ihrem Informationsschreiben: "Weiterhin ist das Ausrufe­zeichen bei Mehrfachverordnungen der größten Packung nicht mehr nötig, und es muss nicht mehr ein Vielfaches der größten Packungsgröße verordnet werden."

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen


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