23.07.2019

PTA-Ausbildung: Adexa fordert längere Schulzeit

(cnie) Die Apothekengewerkschaft Adexa hat sich mit einem offenen Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewandt und fordert weiterhin eine Verlängerung der PTA-Ausbildung. Eigentlich war diese schon vom Tisch.

PTA im Labor

© Maica / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Die Fachschulausbildung müsse von bislang 24 Monaten auf 30 Monate verlängert werden. Da ist sich die Adexa mit dem BVpta einig. Außerdem müssen die Unterrichtsinhalte überarbeitet werden. In einer digitalen Welt brauchen PTA zusätzliche Kenntnisse. Das werde in der bisher zur Verfügung stehenden Zeit nicht funktionieren, schreibt die Adexa in Ihrem Brief an Spahn.

Nur die Unterrichtsfächer umzustrukturieren und so gut wie keinen Platz für Neues zu schaffen, verkennt die Realität in den Apotheken, sorgt für unattraktive Rahmenbedingungen in der PTA-Ausbildung und verschärft langfristig den Mangel an pharmazeutischen Fachkräften in den Apotheken.

Schulen sind gegen Verlängerung der Ausbildung

Gegenwind kam von manchen PTA-Schulen. Dass es eine organisatorische Herausforderung ist, die Schulzeit um ein halbes Jahr zu verlängern, sieht auch die Gewerkschaft. Jedoch stellt die Adexa im Brief die Frage, was mehr wiegt: "das Anliegen, eine zukunftsfähige, attraktive und solide Ausbildung zu etablieren, die den angehenden PTA gerecht wird und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt oder den Schulen möglichst wenig Umstände zu bereiten."

Gründe für die Novellierung

Die Adexa zählt folgende Argumente für eine Reform der PTA-Ausbildung auf:

  • Die letzte Änderung der PTA-APrV war vor über 20 Jahren (1998).
  • Die Attraktivität der Ausbildung muss gestärkt werden, um den Fachkräftemangel nicht noch weiter zu verstärken.
  • Neue Anforderungen kommen beispielsweise von rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Apothekenbetriebsordnung, § 20 Information und Beratung), aber auch von der Digitalisierung.
  • Die Tätigkeitsprofile haben sich verändert: mehr Beratung zu Rx und Selbstmedikation, QMS, Qualitäts-, Prüf- und Dokumentationsanforderungen in der Rezeptur u. a.
  • Die Unterstützung der Apotheker bei Leistungen zur Prävention, geriatrischen Pharmazie, Medikationsanalyse und zum Medikationsmanagement wird zunehmen. Spahn hat angekündigt, das Leistungsspektrum zu erweitern.
  • Die Ausbildung muss sowohl auf die Arbeit in der öffentlichen Apotheke als auch für die Industrie und andere Berufsfelder vorbereiten.
  • Bessere Aufstiegschancen durch eine optionale Fachhochschulreife müssen eröffnet werden.
  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Defizite der Schulabgänger müssen zu Beginn der Ausbildung ausgeglichen werden.
  • Gleichwertigkeit mit anderen Gesundheitsfachberufen ist geboten.
  • Die Ausbildung muss auf hohem Niveau bundesweit vereinheitlicht werden.

Mehr Informationen zur geplanten PTA-Reform finden Sie hier.

Quelle: Adexa


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