09.08.2017

Politiker werben für Bonn als neuen EMA-Standort

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(cnie) Der Internationale Flughafen Köln/Bonn, zahlreiche Forschungseinrictungen und die Zulassungsstelle BfArM sind nur einige Argumente für Bonn als neuen Standort der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Noch befindet sich diese in London, aber bereits seit Monaten werben 19 Städte um die Gunst der EU. Sonderbotschafter Wolfgang Clement gibt sich für Bonn optimistisch.

Der Umzug der EMA aus London ist durch den bevorstehenden EU-Ausstieg Großbritanniens nötig geworden.  Neben der EMA muss auch die europäische Bankenaufsicht EBA umziehen. Der Europäische Rat hatte am 22. Juni die Kriterien festgelegt, die der zukünftige Standort erfüllen muss. Dazu gehört auch, dass die EMA ohne Unterbrechung weiter arbeiten kann. Weitere Kriterien für die Auswahl sind die Erreichbarkeit des Ortes, Schulen für die Kinder des Personals und Zugang zum Arbeitsmarkt für die Familienangehörigen sowie Geschäftsfortführung im Krisenfall und die geografische Verteilung. "Es gibt keine Stadt, die diese Kriterien besser erfüllt als Bonn", sagte Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Ex-Bundeswirtschaftsminister. Er agiert im Rahmen der Bewerbung als Sonderbeauftragter und wird sich unter anderem mit den Regierungen verschiedener Länder treffen, um sie von Bonn als Standort zu überzeugen.

Auch in puncto Fachkräfte sei Bonn die ideale Wahl, betonten Gröhe und Clement sowie Lutz Lienenkämper (CDU), Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Zum einen ist dort bereits das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelt. "Nach dem Brexit wird das BfArM als größte nationale Zulassungsstelle ein wichtiger Ansprechpartner für die EMA sein", sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Zum anderen ist Bonn Sitz vieler Forschungseinrichtungen, wie zum Beispiel dem deutschlandweit einzigen Institut für Patientensicherheit, fügte der Gesundheitsminister hinzu.

"Bonn ist einer der dichtesten Forschungs- und Wissenschaftsstandorte Europas", fügte Finanzminister Lienenkämper hinzu. Außerdem bietet die Universität Bonn den Studiengang "Drug Regulatory Affairs" an, der sich speziell mit der internationalen Arzneimittelsicherheit beschäftigt. "Das bietet einen großen Bewerberpool", sagte Lienenkämper.

Bundesgesundheitsminister Gröhe will Deutschland in der Gesundheitswirtschaft weltweit in eine führende Position bringen. "Die Gesundheitswirtschaft ist eines der Felder, in denen Deutschland hervorragend sein kann", sagte er. Käme die EMA nach Bonn, wäre das ein guter Schritt in diese Richtung. Im Oktober werden die verbliebenen 27 Außenminister dann über den neuen Standort abstimmen. Die Wahl muss einvernehmlich sein. "Es wird ein spannender Wettbewerb", sagte Clement. Er gibt Bonn aber gute Chancen.

Quelle: Ärzte Zeitung


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