28.09.2017

Geschenke als Betriebsausgaben anrechnen

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(cnie) Über ein Geschenk freut sich wohl jeder. Zu vielen Gelegenheiten überreichen auch Apotheker kleine und etwas größere Präsente, zum Beispiel an Geschäftspartner. Mit der Freude kann es aber bei Schenker und Beschenktem schnell vorbei sein: Spätestens, wenn das Finanzamt genauer hinsieht. Denn einige Geschenke müssen versteuert werden, erklärt die Deutsche Gesellschaft Selbstständiger Fachberater für das Gesundheitswesen (DGSFG).

Geschenke sind bei Heilberuflern eine beliebte Aufmerksamkeit für Kunden und Geschäftspartner beispielsweise vor Weihnachten. Oft sind solche Geschenke betrieblicher Natur, weshalb bei Vielen die Meinung herrscht, das Geschenk sei automatisch eine Betriebsausgabe. Doch so einfach ist das nicht. Für die steuerliche Geltendmachung solcher Geschenke gelten besondere Regeln. Der Gesetzgeber hat Geschenke in verschiedene Klassen eingeteilt.

Geschenk ist nicht gleich Geschenk

  • Streuartikel
  • abzugsfähige Geschenke (ohne § 37b EstG – Pauschalierung durch den Schenker)
  • abzugsfähige Geschenke (mit § 37b EStG)
  • nicht abzugsfähige Geschenke (ohne § 37b EStG)
  • nicht abzugsfähige Geschenke (mit § 37b EStG)
  • ausschließlich betrieblich genutzte Geschenke

Streuartikel sind die für Sie und den Beschenkten unkomplizierteste und steuerlich beste Geschenk-Variante. Streuartikel können Sie selbst stets in vollem Umfang als Betriebsausgabe geltend machen. Der Empfänger des Geschenks muss keine Einnahme versteuern. Als Streuartikel gelten Werbeartikel bis zu einem Einkaufspreis von 10 Euro.

Der Gesamtaufwand der nächsten Geschenkklasse – abzugsfähige Geschenke – liegt zwischen 10 und 35 Euro. Sie können diesen Aufwand als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen, der Beschenkte jedoch muss den Wert des Geschenks als Betriebseinnahme versteuern. Möchten Sie dem Empfänger das nicht zumuten, können Sie ihn darüber informieren, dass Sie die Besteuerung übernehmen. Dann führen Sie pauschal 30 Prozent Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an das Finanzamt ab (geregelt im §37b EStG).

Wichtig: Die 35-Euro-Grenze stellt einen Jahreshöchstbetrag je Beschenktem dar. Einzelne Geschenke oder die Summe aller Geschenke an eine Person innerhalb eines Jahres, die mehr als 35 Euro wert sind, sind nicht abzugsfähig. Das heißt: Sie können Ihren Aufwand für das Geschenk steuerlich nicht geltend machen und Ihr beschenkter Geschäftspartner muss das Geschenk trotzdem als Betriebseinnahme versteuern. Sie können die Besteuerung (mit § 37b EStG) übernehmen. Die übernommene Steuer ist wie das Geschenk ebenfalls nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Ob ein Geschenk ausschließlich betrieblich genutzt werden kann, hängt nicht von der tatsächlichen Nutzung ab, sondern vielmehr davon, dass der Gegenstand nur betrieblich und nicht privat genutzt werden kann.

Beispiel: Betrieblich genutze Geschenke

Ein Apotheker ist für das Medikationsmanagement der Bewohner eines Altenheims beauftragt. Die Entscheidung, welcher Apotheker dafür verantwortlich ist, hängt im Wesentlichen von der Heimverwaltung ab. Diese für den Apotheker vorteilhafte Verbindung möchte er durch gelegentliche praktische Geschenke festigen. Er hat deshalb

  • ein Blutdruckmessgerät zur Verwendung bei den Heimbewohnern (für 120 EUR zuzüglich Umsatzsteuer) und
  • zwei Kaffeemaschinen für Bewohner des Altenheims geschenkt (für jeweils 65 EUR zuzüglich Umsatzsteuer).

Die Verwaltung bzw. der Inhaber des Altenheims kann das Blutdruckmessgerät nur ausschließlich betrieblich verwenden. Der Apotheker kann die Kosten unabhängig von der 35-EUR-Grenze in vollem Umfang abziehen.

Die beiden Kaffeemaschinen werden zwar auch ausschließlich für die Heimbewohner genutzt und damit betrieblich verwendet. Da aber Kaffeemaschinen auch privat genutzt werden können, darf der Apotheker die Kosten nicht abziehen, weil die 35-EUR-Grenze überschritten wird.

Quelle: DGSFG / Haufe-Lexware GmbH & Co. KG


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