28.11.2019

Expopharm 2019: Technik im Fokus

von Gabi Kannamüller

Die Vor-Ort-Apotheke zu stärken – das hatten sich anlässlich der Expopharm etliche Aussteller auf die Fahnen geschrieben. Wichtige Themenschwerpunkte darüber hinaus waren bei den EDV-Unternehmen ebenso wie bei den diversen Anbietern von Warenwirtschaftssystemen, Kommissionierautomaten oder Blistersystemen nicht zuletzt das E-Rezept und die Telematikinfrastruktur.

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Ergebnis 1: In Zeiten wie diesen stellt niemand „nur“ ein neues Kassensystem vor oder einen Bildschirm für die digitale Freiwahl. Innovationen werden stets im Kontext gesehen und gerne auch im Hinblick darauf präsentiert, wie sie sich im Gesamtablauf der Apotheke einbinden lassen. Ergebnis 2: Der Trend geht offenbar wieder zum großen Auftritt, zumindest was Technikanbieter angeht. So waren in diesem Jahr etliche großzügig gestaltete Stände moderner Anmutung zu sehen, die offenbar gut ankamen – waren sie doch durchaus ein Besuchermagnet. Entsprechend zufrieden mit dem Interesse und dem Zulauf des Fach- publikums zeigte sich der Großteil der EDV-Aussteller. Wir haben hier einige Schlaglichter unseres individuellen Messerundgangs zusammengefasst.

Meditech

„Innovativ, zuverlässig und ökonomisch“ – unter diesem Motto präsentierte sich Meditech auf der Expopharm 2019. Am Stand des Unternehmens konnte sich das Messepublikum über die Kommissionierautomaten MT.XL und MT.XS, die vollautomatischen Einlagerungsmodule MT.OPTIMAT/MT.INTEGRATED sowie das Schnellabgabe-Modul MT. SPEED informieren. Desweiteren präsentierte das Unternehmen seine digitalen Sicht- und Freiwahl „Touch“-Monitore MT.VISION. „Trotz unseres Status als Newcomer in Deutschland konnten wir viele interessierte Apothekerinnen und Apotheker für unsere Produkte begeistern“, so Lucas Müller, Vertriebsleiter Deutschland. „Die Resonanz in diesem Jahr zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und daher schauen wir freudig den kommenden Projekten entgegen.“

CGM Lauer

Premiere hatte in Düsseldorf die neue Apothekensoftware WINAPO ®ux, bei der man, so CGM Lauer, nicht zuletzt auf ein klares elegantes Design sowie hohe Benutzerfreundlichkeit Wert gelegt habe. Darüber hinaus verfügt die Software über ein erweitertes Berechtigungskonzept, frei definierbare Funktionsfelder sowie die neuen Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI). Bei der neuen Software sei zudem, wie es vom Unternehmen heißt, der Name Programm: ux stehe für „user experience“ also das Nutzererlebnis. Wobei die Software nicht nur einfacher zu bedienen sei; „die tägliche Arbeit macht mehr Spaß, wenn man eine Software im Einsatz hat, die optisch und funktional auf der Höhe der Zeit ist“, so Ralf Berger, Geschäftsführer für Produktentwicklung bei CGM Lauer.

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ADG und Phoenix

„Gemeinsam punkten“ lautete das Motto, unter dem sich ADG und Phoenix auf der Messe präsentierten – mit dem Ziel, die Vor-Ort-Apotheken zu stärken. Erreichen lasse sich dies nur durch einen „richtigen Mix aus vernetzten Systemen, modernen Kommunikations- und Vertriebswegen sowie dem Know-how der Apothekerinnen und Apotheker“. Der Mannheimer Pharmagroßhändler Phoenix kehrte deshalb in diesem Jahr als Aussteller auf die Expopharm zurück – zum gemeinsamen Auftritt mit seiner Software-Tochter ADG. Als „Highlight auf dem Messestand“ zählte die ADG auch in diesem Jahr die Bestell-App „deine Apotheke“ und stellte kontinuierliche Verbesserungen und die neue Payback-Integration vor. Die App sei nicht nur „das ideale Werkzeug zur Kundenbindung“ sondern dank der direkten Integration in die Warenwirtschaftssysteme der ADG „spielend leicht zu bedienen“. Weiteres Zugpferd am Stand waren die Hardware-Komponenten zur Anbindung an die TI, und last but not least wurden in Düsseldorf erstmalig der ADGCOACH mit seinem neuen Tool ADGCOACH BENCHMARK vorgestellt.

Apostore

Das Gelsenkirchener Unternehmen Apostore präsentierte auf der Messe neben den Kommissionierautomaten Cube+ und A1000 eine neue Generation der vollautomatischen Einlagerung für die Automaten: die Upgrades der beiden vollautomatischen Einlagerungssysteme Pick&Place und Feeder sowie den iScan 3.0. Alle drei, so heißt es von Apostore, zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie ein schnelleres Einlagern ermöglichen.

Noventi

Auf der Expopharm 2018 hatte die Noventi erstmals ihre digitale Strategie vorgestellt; in diesem Jahr nun präsentierte das Unternehmen konkrete Anwendungen und praxisbezogene Einblicke in das Lösungs- und Serviceportfolio seiner digitalen Lösungen. Dazu gehören u. a. die Bereiche Apps, Infoserver, zentrale Dienste und Kommunikation/ Vernetzung. Eine Vielzahl unterschiedlicher App-Lösungen etwa soll es ermöglichen, alle Beteiligten im Gesundheitswesen einfach und komfortabel mit mobilen Lösungen auszustatten und einzubinden. Wie man bei Noventi betont, gehört die App „callmyApo“ bei der Medikamentenvorbestellung in der Apotheke zu den führenden Lösungen im deutschen Markt. Im Fokus stehe hier derzeit u. a. das Ziel, das E-Rezept auch mit der Patienten-App portabel zu machen. Stichwort E-Rezept: Hierzu informierte Noventi auf der Messe mittels einer „E-Rezept-Journey“ über den möglichen Ablauf und die gesamte Prozesskette, die das E-Rezept durchlaufen wird und zugleich darüber, mit welchen Lösungen und Services man die Apotheken dabei unterstützt. Am großflächigen Gemeinschaftsstand präsentierte sich auf der diesjährigen Expopharm die Noventi zusammen mit ihren Marken Awinta, VSA, ALG und SARZ.

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Awinta

Eine weitere Premiere auf der Expo-pharm gab es mit dem neuen Awinta „aDesignONE“-Terminal. Das neue Design-Kassenterminal ergänze optimal die Hardware-Palette der bestehenden Kassenlösungen rund um den aT1 und Lenovo, hieß es dazu vom Unternehmen. Und: Mit einer Verbreitung von etwa 5000 Stück verfüge Awinta mit dem aT1 bereits über ein Kassenterminal, das allen Anforderungen der Zukunft gerecht werde. In den Mittelpunkt seines Auftritts hatte der Softwareanbieter darüberhinaus u. a. die Zukunft des Apothekenmanagements in Zeiten des geplanten E-Rezepts sowie die Sicherheit im Apothekenbetrieb gestellt.

Medinoxx

Live erleben konnten die Besucher die Innovationen und den vollständigen Prozess der Verblisterung am Stand von Medinoxx. Das Unternehmen informierte dort u. a. über die Vorteile und Weiterentwicklungen des modularen Medikationssystems. Dazu zählen beispielsweise die Verblisterungsquote von – nach Firmenangaben – bis zu 90 Prozent, die Nachhaltigkeit des Systems und Neuheiten wie die Automatisierung und die Anbindung an die Warenwirtschaft.

ADAS

Der Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser (ADAS) präsentierte anlässlich der Expopharm nicht nur seinen neu gewählten Vorstand. Vielmehr wollte man auch die grundsätzliche Ausrichtung der ADAS-Arbeit vorstellen, einen Rückblick auf Geleistetes bieten – hier u.a. die Modernisierung vorhandener Schnittstellenstandards – und verdeutlichen, welche aktuelle Herausforderungen auf die Unternehmen insbesondere im Rahmen der Einführung der Telematikinfrastruktur warten. Zu den laufenden Projekten des ADAS zählen demnach auch Pilotprojekte rund um das E-Rezept (GERDA).

BD Rowa

Mittels Customer Journey wurde den Standbesuchern bei BD Rowa deutlich vor Augen geführt, welchen Weg die Apothekenkunden von zuhause (erste Information am TV oder Rechner) über Schaufenster, Freiwahl und Beratungsbildschirme bis zum Kauf eines Produktes zurücklegen. Dabei konnten sie sich nicht nur über die Kommissionierautomaten des Unternehmens informieren, sondern über eine Vielzahl digitaler Lösungen, die „die Apotheke in ihrer Rolle als Gesundheitsdienstleister unterstützen“, so Dirk Bockelmann, Global Commercial Director bei BD Rowa.

Pharmatechnik

Auch wenn man sich für die Themen E-Rezept und Telematikinfrastruktur gerüstet sieht: Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) dominierte die Lösungen, die Pharmatechnik in diesem Jahr präsentierte. Jene KI, die ein Apothekenmanagementsystem von heute bieten sollte, „um den Apotheker bei seinen Kernaufgaben nachhaltig zu unterstützen und im Ergebnis seine Kundenbeziehungen auszubauen und zu verbessern“, wie es dazu vom Starnberger Unternehmen hieß. Man nütze KI dafür, Prozesse zu automatisieren. Mit Hilfe komplexer Algorithmen würden versteckte Potenziale in der Apotheke analysiert und in den Softwarelösungen umgesetzt.


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