28.11.2019

Die Markenbildchen Apotheke in Koblenz

von Christoph Niekamp

Diabetes, Cannabis, Reiseimpfungen – die Markenbildchen Apotheke in Koblenz setzt eine ganze Reihe von Schwerpunkten. Wie sich die Apotheke mit verschiedenen Serviceangeboten einen Namen gemacht hat, erläuterte der stellvertretende Apothekenleiter Sebastian Schmidt APOTHEKE + MARKETING vor Ort.

© Christoph Niekamp

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In der südlichen Vorstadt von Koblenz sind Parkplätze heiß begehrt. Das hat sich die Markenbildchen Apotheke zu Nutze gemacht und wartet mit insgesamt neun kostenlosen Parkplätzen für ihre Kunden auf: fünf direkt vor der Apotheke und vier auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ein Pluspunkt, mit dem die Apotheke für sich wirbt, erklärt Sebastian Schmidt. Der 35-Jährige arbeitet seit vier Jahren in der Markenbildchen Apotheke.

Für die Ärzte im Haus sind im Innenhof Parkplätze reserviert. Das komplette Gebäude gehört Apothekeninhaber Michael Reinartz. In den drei Etagen über der Apotheke haben ein Neurologe, ein Urologe und zwei Allgemeinmediziner ihre Praxen. Eine Praxis steht derzeit leer – im Sommer ist der Diabetologe ausgezogen. Trotzdem muss die Apotheke nicht auf ihre treuen Diabetes-Kunden verzichten: Dank der kostenlosen Parkplätze vor der Offizin holen die Patienten auch nach dem Umzug des Diabetologen ihre Medikamente in der Markenbildchen Apotheke ab.

Schwerpunkt Diabetes

Seit einem halben Jahr ist es auch im Logo verankert: Die Markenbildchen Apotheke ist „Die Diabetes Apotheke“. Auf Flyern, an der Schaufensterscheibe, in den Sozialen Medien oder auf der eigenen Webseite – überall weist die Apotheke auf ihre Kompetenzen in der Diabetesberatung hin.

Sebastian Schmidt präsentiert die Sammlung an Teststreifen und Blutzuckermessgeräten verschiedenster Hersteller, der Kühlschrank ist prallgefüllt mit Insulin.

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Reiseimpfungen

Die Ärzte in Koblenz wissen: Die Markenbildchen Apotheke hat viele verschiedene Impfstoffe auf Lager. Da der Hausarzt im ersten Stock jeden Montag eine reisemedizinische Beratung anbietet und eine Gelbfieberimpfstelle betreut, hat sich die Apotheke auf das Thema Reiseimpfungen eingestellt.

Substitution

Folgt man dem namensgebenden Markenbildchenweg etwa 500 Meter Richtung Hauptbahnhof, erreicht man die Ärztliche Suchtambulanz. Die Apotheke befüllt dort die vier Dosierautomaten. Neben Diabetes ist nämlich Substitution ein weiterer Schwerpunkt der Markenbildchen Apotheke.

Drei PTA kümmern sich federführend um die Substitutionspatienten, die in die Offizin kommen, um ihr Methadon abzuholen, erzählt Schmidt. Für die Dokumentation nutzen die PTA ein Tablet. Bevor Schmidt nach Koblenz kam, hat er in einer Landapotheke im Schwarzwald gearbeitet. Auch dort hatte sich die Apotheke mit dem Thema Substitution etabliert.

Vier Sorten Cannabis

Seit das Cannabis-Gesetz im März 2017 in Kraft getreten ist, hat sich die Markenbildchen Apotheke als eine von zwei Apotheken in Koblenz in der Cannabis-Rezeptur etabliert. Vier verschiedene Cannabissorten lagert die Apotheke im BtM-Schrank im Keller. Sebastian Schmidt ist überzeugt, dass die Cannabistherapie vielen Schmerzpatienten helfen kann, die mit alternativen Medikamenten Probleme haben. Er erzählt von einer MS-Patientin, die vorher auf den Rollator angewiesen war. Die Frau komme nun, nachdem die Cannabistherapie angeschlagen habe, ohne Rollator in die Offizin.

Umsatzeinbußen spüren durch das Gesetz sehr wahrscheinlich die lokalen Drogendealer. „Viele Patienten berichten, dass sie sich das Cannabis vorher auf illegalem Wege beschafft haben“, sagt Schmidt.

Einblicke in die Markenbildchen Apotheke


Kunden schätzen gute Lieferfähigkeit

Viele der Apothekenkunden sind Stammkunden. In der südlichen Vorstadt leben vor allem Senioren und junge Familien mit Kindern. Zettel mit positivem Kundenfeedback hängen an einer Pinnwand im Backoffice.

Besonders die gute Lieferfähigkeit wird von den Kunden geschätzt. „Ich war schon in drei Apotheken, keine hatte es vorrätig“, gibt Schmidt die Klagen vieler Kunden wieder. Die Markenbildchen Apotheke wirbt mit einer Lieferfähigkeit von 91 Prozent. Sollte ein Medikament ausnahmsweise mal nicht vorrätig sein, bringen die beiden Botenfahrer es nach Hause.

Erinnerungsservice

Pillendose leer? Folgerezept vergessen? Der Erinnerungsservice hilft Kunden, die bestehende Medikation zu planen. 14 Tage, bevor die Packung leer ist, erhalten die Patienten automatisch eine Erinnerung. Das Team der Apotheke klärt dann, welches Medikament die Kunden aktuell benötigen und kümmert sich auf Wunsch auch um die Rezeptabholung.

„Wir haben alle Praxen in der Umgebung mit Freiumschlägen versorgt“, berichtet Schmidt. Manche faxen die Folgerezepte, andere lassen das Rezept lieber abholen. Der Austausch mit den Ärzten ist für den Service besonders wichtig. Die Apotheke muss über jede Änderung in der Medikation Bescheid wissen, so der Pharmazeut.

Blisterraum im Keller

Die Apotheke beliefert zwei Pflegeheime in Koblenz, für eines der beiden verblistert sie auch. Das andere Heim stellt seine Medikamente selber, sagt Schmidt. Der Blisterraum befindet sich im Keller mit einem Fenster zum Innenhof. Etwa 40 blaue Blister werden hier jede Woche befüllt. Dafür hat die Markenbildchen Apotheke extra einen Mitarbeiter eingestellt. Eine PTA kontrolliert die fertigen Blister zum Abschuss.

Papierlose Apotheke

In der Markenbildchen Apotheke arbeiten vier Approbierte, fünf PTA, drei PKA, zwei Botenfahrer und derzeit eine PTA-Praktikantin. Seit 1986 besitzt Michael Reinartz die Apotheke in Koblenz. 2008 kam eine Filialapotheke im benachbarten Andernach dazu. Sie gehört zur easy-Kooperation und ist von der Kundenstruktur ganz anders als die Markenbildchen Apotheke. Schmidt tauscht sich regelmäßig mit der Filialleiterin in Andernach aus. Dort arbeiten drei Approbierte, fünf PTA, fünf PKA und zwei Kassierer.

Schritt für Schritt versucht das Team der Apotheke, interne Prozesse zu digitalisieren. „Mit der Umstellung von Papier auf digitale Medien möchten wir vor allem unsere Prozesse optimieren und ein besseres Controlling erreichen“, erklärt Sebastian Schmidt. Neben der Archivierung lässt sich so der Weg eines Dokuments in der Apotheke vollständig verfolgen und der Status jederzeit nachvollziehen. Zusätzlich vereinfacht sich das Suchen, und auch der Umweltgedanke spiele letztlich eine Rolle.

PKA betreut Social Media

Miriam Clausen, die neben PKA auch Betriebswirtin ist, hat sich zum Thema Social Media weitergebildet und managt nun hauptverantwortlich die Facebook- und Instagram-Auftritte der Apotheke in Koblenz. Dort präsentiert sie sich mit einer bunten Mischung aus OTC-Angeboten, Archiv-Fotos in Schwarz-Weiß und Einblicken in den Apothekenalltag.

Sebastian Schmidt meint, dass über die Sozialen Netzwerke zwar nicht deutlich mehr Kunden kommen; dennoch ist es ein Weg, um mit wichtigen Multiplikatoren in Kontakt zu treten. Der Apotheker nennt ein Beispiel: Eine Trainerin, die spezielle Fitnesskurse für Mütter mit Babys anbietet, likt regelmäßig Beiträge der Markenbildchen Apotheke und macht ihre Follower beispielsweise auf den Milchpumpenverleih der Apotheke aufmerksam.


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