05.02.2020

Cannabis-Patienten nicht unter Generalverdacht stellen

(cnie) Der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) hat mit Unverständnis auf die Mitteilung der Arzneimittel Kommission der Deutschen Apotheker (AMK) zu potenziellem Cannabis-Missbrauch reagiert.

Cannabidioltropfen

© Creative-Family / Getty Images / iStock

Die Tipps stellten alle Cannabis-Patienten unter Generalverdacht, findet der Verband. Dadurch würden Vorurteile und die Stigmatisierung weiter geschürt. Die Cannabisexperten betonen, dass alle von der AMK genannten Punkte auf Medikamentenmissbrauch hindeuten könnten – aber nicht müssen. 

Was rät die Arzneimittelkommission?

Hellhörig werden sollten Apothekenmitarbeiter laut der AMK beispielsweise, wenn der Patient versucht, die Rezepturzubereitung zu beeinflussen, zum Beispiel dahingehend, dass Sie die Droge unverarbeitet abgeben sollen. 

Der VCA sieht hierbei ein ganz normales Patientenverhalten, denn eine verarbeitete Abgabe führe zu einem vorzeitigen Abbau der Wirkstoffe, weshalb sich viele Patienten grundsätzlich ganze Blüten aufschreiben ließen. "Sollte dies bei der Rezeptausstellung versäumt worden sein zu vermerken, könnte es durchaus passieren, dass ein Patient in der Apotheke nachfragt, ob die Cannabis-Blüten auch unverarbeitet abgegeben werden können", heißt es in der Stellungnahme des Verbands.

Auch Beschwerden wegen angeblicher Minderbefüllung oder Wirkungslosigkeit inklusive mangelnder Qualität können laut AMK ein Hinweis auf Missbrauch sein. Der VCA kontert: "Hier sollte doch jeder Patient das Recht haben, Feedback zu seinen Medikamenten abgeben zu dürfen."

Nur wenige Apotheken haben Cannabis-Medikamente am Lager

Die von der AMK als verdächtig angesehene Beschaffung aus mehreren wohnortfernen Apotheken ist in der Cannabis-Versorgung Normalzustand. Die Lagerhaltung ist aufwändig und es gibt nur wenige Apotheken in Deutschland, die überhaupt cannabinoidhaltige Medikamente am Lager haben. Wenn ein Patient mehrere Sorten benötigt, ist er gezwungen, bei mehreren Apotheken vorstellig zu werden. 

Der VCA wünscht sich einen fachlichen Austausch, bevor die AMK in Zukunft solche Artikel veröffentlicht.

Was will der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken?

Das erklärte Ziel des VCA ist es, in Deutschland eine effiziente und bezahlbare Versorgung von Patienten mit medizinischem Cannabis sicherzustellen. Diese Versorgungspflicht sieht der Verband ganz klar bei den pharmazeutischen Experten in der Apotheke. Interessierte finden weitere Informationen zum VCA und eine Liste der Mitglieder unter www.vca-deutschland.de.

Quelle: AMK / VCA


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