30.08.2017

Aktionsplaner Zielgruppe Frauen

von Gabi Kannamüller

Frauen besuchen nicht nur häufig die Apotheke; sie bringen gewissermaßen auch ideale Voraussetzungen dafür mit, treue Kundinnen zu werden: Frauen gelten als gesundheitsbewusst und aufgeschlossen gegenüber Gesundheitsthemen, und zumeist sind sie es, die sich um die Gesundheit der Familie kümmern. Dies alles sind gute Gründe, um die weibliche Zielgruppe stärker an die Apotheke zu binden – über ein auf sie zugeschnittenes Produkt- und Beratungsangebot.

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Wie relevant die weibliche Kundschaft für die Apotheke ist, hat einmal mehr der Gesundheitsreport 2015 gezeigt: Frauen und über 30-Jährige kommen demnach mindestens einmal im Monat oder auch häufiger in die Apotheke – und damit öfter als Männer oder jüngere Menschen. Die Chancen, sie auf eine eigens für sie konzipierte Aktion neugierig zu machen, sind also groß.

Altersfrage-- Wer eine Aktion für Frauen plant, sollte allerdings bedenken, wie inhomogen die weibliche Zielgruppe ist. Das liegt schlichtweg am Leben selbst: Frauen unterschiedlichen Alters haben völlig unterschiedliche Bedürfnisse und kommen mit unterschiedlichen Anliegen und Erwartungen in die Apotheke.

So haben jüngere Frauen vor allem Beratungsbedarf zu Verhütung und Schwangerschaft oder zu Regelbeschwerden. Bei Frauen in der Lebensmitte sind nicht zuletzt hormonelle Umstellungen relevant, bei älteren u.a. die Themen Blasenschwäche, Gedächtnisstörungen oder Herz-Kreislauf-Probleme.

Breite Themenpalette

Eine Vielzahl von Gesundheitsthemen ist jedoch für alle Frauen relevant. So ist der Wunsch, gesund und leistungsfähig, fit, ausgeglichen und gepflegt zu sein, unabhängig vom Lebensalter. Zudem hat sich in Befragungen gezeigt, dass Frauen bei gesundheitlichen Problemen zunächst auf natürliche Heilweisen setzen. Die Aktion kann also einen weiten thematischen Beratungsbogen spannen, der von der Kosmetik über Ernährung und Sport zur Naturmedizin führt. Im Sortiment spiegelt sich dies in Kosmetika, Vitaminen und Nahrungsergänzungsprodukten wieder, in Phytopharmaka, Homöopathika, Schüßler-Salzen und Bachblüten.

Frauenkrankheiten-- Zugleich spielen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen, die nur oder vor allem Frauen betreffen, eine Rolle. Dazu zählen neben Osteoporose und Venenbeschwerden auch Blasenentzündungen und alle Beschwerden, die in irgendeiner Form einen hormonellen Bezug haben, vom prämenstruellen Syndrom (PMS) bis zu den Wechseljahren. Neben Kopfschmerzen und Migräne ergänzen auch Schlafstörungen das Beratungstableau: Frauen sind davon deutlich häufiger betroffen als Männer.

Prävention-- Ihr Gesundheitsbewusstsein macht Frauen zudem offen für präventive Maßnahmen, die sie für sich selbst (und auch die Familie) nutzen können. Damit kann das Beratungsangebot auch hier Akzente setzen (z. B. bei den Themen Osteoporose, Stärkung des Immunsystems, Ernährung, Hautpflege).

Rund ums Kind-- Eine wichtige Kundengruppe sind Schwangere, Mütter und Stillende – nicht nur, weil sie gezielten Beratungsbedarf haben, sondern auch im Rahmen des Empfehlungsmarketings: Mütter sind meist sehr gut vernetzt, wer gute Erfahrungen mit einer Apotheke gemacht hat, empfiehlt sie gerne weiter.

Gendermarketing

Frauen ticken anders als Männer. Gendermarketing beschäftigt sich mit den typischen Rollenmustern, die daraus entstehen und gibt konkrete Tipps für den UMgang mit Kundinnen und Kunden.

Motto und Deko

Unter welchem Motto die Aktion stehen wird, hängt davon ab, ob sie sich an die gesamte weibliche Zielgruppe richtet oder an eine definierte Gruppe von Frauen. Auch hierzu einige Beispiele: Die Mottos „Ich tu was für mich! Eine Ak- tionswoche nur für Frauen“ oder „So bleibt frau gesund“ sprechen alle Frauen an, „Kinder, Küche, Karriere: So bleibt Frau fit für den Alltag“ richtet sich dagegen an mehrfach belastete junge Mutter.

Stichwort Mütter: Wer diese wichtige Zielgruppe erreichen möchte, kann unter einem großen potenziellen Themenangebot wählen. Dazu zählen nach den großen Ferien die Themen Schulanfang oder die Ernährung der Kinder, zudem die jetzt bevorstehende Erkältungssaison (Aktionsmotto: „Kinderhusten? Wir bieten pflanzliche Hilfe“).

Aktionsbausteine

Beispiel-- Das Motto „Kleine Patienten brauchen Liebe. Und Zuspruch aus der Apotheke“ lässt sich durch seine emotionale Ansprache in einer Aktion umsetzen, die bei den Kundinnen Aufmerksamkeit weckt. Das beginnt bereits bei der Schaufensterdeko. Hier lässt sich z. B.das vergrößerte Foto eines schlafenden Kindes ins Schaufenster hängen, dazu Kuscheltiere und eine Auswahl von Wärmflaschen. Im Aktionssortiment stellt die Sichtwahl Phytopharmaka in den Mittelpunkt, die Freiwahl enthält neben den Wärmflaschen auch Hustenbonbons sowie Tees für Kinder (die in einer Verkostung auch den Müttern angeboten werden). Als Give-away eignen sich neben Honig-Proben (zum Süßen der Tees) auch Kinder-Lutschpastillen oder knautschbare Anti-Stress-Herzen für die Mütter.

Eingrenzen-- Zudem lässt sich die Aktion thematisch noch enger fassen, indem sie bestimmte Beschwerden oder Erkrankungen in den Mittelpunkt stellt. „Frauen schalten einfach mal ab!“ beispielsweise kann man eine Aktion zum Thema Stressabbau/Prävention überschreiben. „Wechseljahre – na und?“ ist auf Frauen in den mittleren Lebensjahren zugeschnitten.

Beispiel-- Eine Aktion unter dem Motto „Ein Verwöhntag nur für Sie!“ rückt eine Vielfalt von Themen und Produkten in den Blickwinkel der Kundin. Neben Kosmetika für Gesicht und Körper gehören dazu Produkte, die dem Wellnessbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Bäder, Aromaöle und -lampen. Per Handzettel und/oder auf der Website erfahren die Kundinnen z. B., wie Kräuterbäder, Tees oder Schüßler-Salze der Schönheit und dem Wohlbefinden zugute kommen. Zudem geben sie Tipps dazu, wie frau sich auch zuhause eine Auszeit nehmen kann (Mann und Kinder auf einen Ausflug schicken).

Jetzt herunterladen!

Die wichtigsten Tipps, die Frauen in den Wechseljahren weiterhelfen, fasst ein eigens konzipierter Handzettel zusammen.

Events als Highlight

Wer den Kundinnen ein Erlebnis bietet, sorgt für Interesse. Überdies sind Events ein Zeichen der Wertschätzung, die die Apotheke ihrer weiblichen Klientel entgegenbringt. Weshalb sie im Idealfall für die Kundin das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.

Akzente setzen-- Möglich sind beispielsweise eine Verkostung von Vitamingetränken oder Tees, eine Probieraktion zu Kosmetikprodukten oder Aromaölen, das Angebot von Fuß(reflexzonen)-Massage, von einem Hauttest oder einem Vortrag, etwa zu Schüßler-Salzen. Wer besondere Akzente setzen will, organisiert eine Modenschau zu Kompressionsstrümpfen oder initiiert ein Pilates-Seminar, eine Nordic-Walking-Gruppe oder ein Entspannungswochenende nur für Frauen.


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